© Christian Kurth
© Christian Kurth

Über mich

Lea Funke

Geb. 1988 in Köln 

Wohnhaft in Kiel

2009 - 2018: Psychologiestudium 

Seit 2017: Freiberufliche Schriftstellerin & Künstlerin

 

 

 

Briefgedichte

Seit Juni 2017 verfasse ich täglich ein Gedicht. Dieses sende ich per E-Mail an mutige MitleserInnen.

Begleiten Sie mich auf einer poetischen Reise und tauchen Sie ein.

E-Mail: lea@briefgedichte.de 

 


 

Von Luft und Liebe (2018)

Wir brauchen nicht viel nur uns zwei

wir leben von Luft und Liebe

 

und wer zahlt mein Essen

wenn ich hungrig bin?

 

Der liebe Gott!

 

Und wer wärmt mich wenn ich nachts friere

und wir uns kein Dach über dem Kopf leisten können?

 

Die Tiere im Stall!

 

Und wer strickt mir Kleidung 

wenn mein Bauch wächst?

 

Wieso sollte dein Bauch wachsen 

wenn wir nichts zu essen haben?

 

Vielleicht schenkt der liebe Gott uns 

ja auch ein Kind!

 

Dann kannst du meine

Klamotten tragen.

 



 

Die Meeressünde (2017)

Bunt

war der Himmel

rot

leuchteten

die Schiffe

am Ende des Wassers

sah ich Licht

 

schwarz

war das Wasser

grau

schimmerten

die Algen

am Anfang des Wassers

sah ich Gischt.

 



 

Rosentage (2017)

Wenn Blätter vom Himmelslicht

zu Boden

fallen Dornen wie Steine

in Gräsern

liegen Hecken mit Blattwerk

am Wegrand

türmen Rot Weiß und Rosa

den Himmel

färben dann regnen Rosen.

 



 

Fragen Sie sich (2017)

Fragen Sie sich

auch manchmal

warum Sie so

traurig sind?

 

Wieso Geld

und Arbeit

Sie so weinerlich

stimmt?

 

Warum der Feierabend

wie ein Arbeitstag beginnt

und ein Tag nach dem

anderen dahin rinnt?

 

Wenn ja, dann stellen Sie sich

gefälligst nicht so an!

Gehen Sie arbeiten und

arbeiten Sie daran!

 



 

Schaflos (2017)    

Das nächtliche Schweigen

liegt auf meinem Gesicht 

und die Schatten spielen

in eines Windes Licht

 

jüngst verbündete Träume

verwandelten meinen Schlaf

in eine Wache-Starre

der trägen Schaflosigkeit 

 

lebendige Efeuranken

tanzen in schwarz vor dem Fenster

und meine Gedanken wanken

im Takt der grünen Gespenster

 

vertraute Hand in der Dunkelheit

berührt mein Gesicht mit Sicherheit

fühle mich vom Geiste-Heer befreit

nun für den Weg ins Schafland bereit.

 



 

Bei mir (2017)

Wie es sich so gibt

habe ich

auf einmal ganz viel

 

viel Geduld

viel Papier

viel Manier

viel Ruhe

 

viel Zuversicht

viel Nachsicht

viel Weitsicht

viel Durchsicht

 

viel

viel bei mir.